Jahresarchiv für 2012

optimize me - thank you
In der biologistisch orientierten Schönheitsforschung werden laufend neue Modelle entwickelt, an denen man den Faktor Schönheit scheinbar objektiv festmachen kann. Unter anderem mit einem System aus Linien und Winkeln, das die Gesichtsverhältnisse als besonders schön und optimal proportioniert definiert. Die Papierobjekte in der Arbeit lines of beauty orientieren sich an den Vorgaben dieser Linien. Sowohl in der raumgreifenden Installation dieser Objekte, als auch in der Videoarbeit beginnen diese Linien ein Eigenleben zu führen. Dabei stellen sich neben dem Bedürfnis nach Normierung und Kontrolle grundsätzliche Fragen über unser Verhältnis zu einer endlichen Existenz.

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Rauminstallation, fünf Papierobjekte, bemalt, jeweils ca. 250 x 230 cm, Ausstellungsansicht: Kammerhofgalerie Gmunden, 2014

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bad version, Linolschnitt, Holz, 2014

In der installativen Arbeit bad version wurden >Vorher-Bilder< von Gesichtsprofilen aus dem Internet verwendet, die den Erfolg einer Nasenkorrektur dokumentieren sollten. Es handelt sich dabei sowohl um männliche als auch weibliche Gesichter. Diese “verlorenen Profile” wurden in zarten Pastelltönen auf Büttenpapier gedruckt. Präsentiert auf einem Board an der Wand und mit dem Text “bad version” versehen werden gesellschaftliche Fragen nach Schönheit und ihrer Normierung verhandelt.

JOURNEYS
seit 2011

Die gemeinsame Klammer dieser Arbeiten ist ihr Entstehungsprozess: während des Gehens durch öffentliche Räume.
Der Moment des Zufalls spielt eine große Rolle und “Sachenfinder” ist daher eine ganz gute Beschreibung für diese Praxis, bei der oftmals entlang alltäglicher Wege und Alltagsroutinen Objekte und Situationen mittels Video und Fotografie gesammelt und in einen neuen Kontext gebracht werden.

Artist in Residence Aufenthalte und Reisen, daher das Explorieren neuer Orte sind der Anlass sich mit der Konstruktion von touristischem Raum, von Stadtzentrum, Peripherie und damit verbundenen ritualisierten Handlungen auseinanderzusetzen.

anders wie (part eins)
Rauminstallation für goldfußunlimited
Kunsttankstelle Ottakring, 2017

Performance anders wie / part1
mit Angela Besunk, Ilse Reiser, Martin Tomann, Steffi Wimmer
Livemusik: Martin Kratochwil
Künstlerische Leitung: Johanna Tatzgern

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Textil, Siebdruck, Größe jeweils ca. 120 cm x 60 cm
Ausstellungsansicht: Wuk, Projektraum, Wien, 2013

Die mit Siebdruck angebrachten Texte auf den plissierten Röcken beschäftigen sich mit dem Thema des Älterwerdens anhand der Entstehung von Falten. Der Text auf den Röcken speist sich vorwiegend aus Internetforen: aus ihnen wurden einzelne Sätze extrahiert und wieder neu zusammengefügt. Durch die Längsfalten im Stoff wird der Textfluss unterbrochen und erst durch das Auseinanderziehen lesbar.

urban performances

Die Zentren europäischer Großstädte, mit ihren historischen Stadtkernen, Museen und Sehenswürdigkeiten, sind gleichzeitig auch Zentren des Tourismus. Die moderne Gesellschaft bringt ein im Einzelnen stark differenziertes Bedürfnis nach Erholung und Alltagsdistanz hervor und reagiert darauf durch verschiedene Formen von Urlaubsreisen. Obwohl der enge Zusammenhang von Wirtschaft und Tourismus offensichtlich ist, scheint sich das Phänomen nicht darin zu erschöpfen: denn wichtige Elemente sind unter anderem Symbole, Markierungen und Bilder des Fremden. In den Arbeiten urban performances sind unterschiedliche, beobachtbare und erfahrbare Phänomene Gegenstand der Auseinandersetzung. Die Vermarktbarkeit des Raums hat nicht nur Auswirkungen auf dessen Gestaltung und Wahrnehmung, als touristische Attraktion wird er auch zum Medium der Erwartungsbildung. So werden Orte aufgesucht und mit den abgespeicherten Bildern aus Internet und Reiseführer abgeglichen, speziell dafür eingerichtete Busse bringen die Besucher ganz zielstrebig an die jeweiligen Ziele. Das Video gaps behandelt die dabei auftretenden touristischen Leerstellen. Das Abklappern von Sehenswürdigkeiten und das Posieren und Fotografieren vor ihnen kann aber durchaus auch - wie im der Videoarbeit Performing with Strauß - als Teil einer Choreografie gelesen werden.

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touching the pyramid
Video, Hochformat, 19:23 min, Paris, 2018

Der Louvre und die gläserne Pyramide des Architekten Ieoh Ming Pei bilden für viele Touristen einen Fixpunkt im Ablauf einer Paris-Reise. Auf den dort in regelmäßigen Abständen angebrachten Steinquadern positionieren sich permanent Menschen um mit einer erhobenen Geste der Hand für ein Erinnerungsfoto/Video das Berühren der Glaspyramide zu simulieren. So vollzieht sich täglich und im minütlichen Wechsel eine Art Choreografie der immer gleichen Gesten.
Diese Arbeit entstand im Rahmen einer AIR der BKA-Kunstsektion in der Cité internationale des arts, Paris (F)

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performance with Strauß
Video, Hochformat, 8:36 min, Wien, 2016