Monatliches Archiv für Januar, 2013

JOURNEYS
Arbeiten 2011 - 2018

Was ist Raum ? Wie konstruieren wir ihn und wie nehmen wir ihn wahr ?
Was ist öffentlich und wo beginnt das Private ? Wie verändert die Allgegenwärtigkeit von bildproduzierenden Medien unsere Seh- und Handlungsgewohnheiten ?

Artist in Residence Aufenthalte, Reisen und der alltägliche Weg von A nach B sind für mich Anlass, mich in Video- und Fotoarbeiten mit dem Verhältnis von Mensch, Stadt, Raum, Zentrum und Peripherie auseinanderzusetzen. Dabei interessieren mich Phänomene von Produktion und Vermarktung touristischer Zentren ebenso wie die Untersuchung der damit verbundenen Erwartungshaltungen und grundsätzliche Fragen nach menschlicher Individualität.

urban performances

Die moderne Gesellschaft bringt ein im Einzelnen stark differenziertes Bedürfnis nach Erholung und Alltagsdistanz hervor und reagiert darauf durch verschiedene Formen von Urlaubsreisen. Obwohl der enge Zusammenhang von Wirtschaft und Tourismus offensichtlich ist, scheint sich das Phänomen nicht darin zu erschöpfen: denn wichtige Elemente sind unter anderem Symbole, Markierungen und Bilder des Fremden. In den Arbeiten urban performances wird untersucht welche Formen der Erwartungshaltung der moderne Tourismus ausbildet und welche kollektiven Handlungen daraus entstehen. Das Video gaps behandelt die dabei auftretenden touristischen Leerstellen. Das Abklappern von Sehenswürdigkeiten und das Posieren und Fotografieren vor ihnen kann aber durchaus auch - wie im den Videoarbeiten collective gestures - als Teil einer kollektiven Choreografie gelesen werden.

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collective gestures (touching the pyramid)
Video, Hochformat, 19:23 min, Paris, 2018

Der Louvre und die gläserne Pyramide des Architekten Ieoh Ming Pei bilden für viele Touristen einen Fixpunkt im Ablauf einer Paris-Reise. Auf den dort in regelmäßigen Abständen angebrachten Steinquadern positionieren sich permanent Menschen um mit einer erhobenen Geste der Hand für ein Erinnerungsfoto/Video das Berühren der Glaspyramide zu simulieren. So vollzieht sich täglich und im minütlichen Wechsel eine Art Choreografie der immer gleichen Gesten.(Diese Arbeit entstand im Rahmen einer AIR der BKA-Kunstsektion in der Cité internationale des arts, Paris (F))

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collective gestures (performance with Strauß)
Video, Hochformat, 8:36 min, Wien, 2016

urban choreographies
Videos in denen Dinge die Hauptrolle spielen
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köpfe, Video 0:30 min, 2018
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dancing in the wind Video, 0:17 min, Wien, 2016
Regenschirm (schwarz), Mistkübel, starker Wind
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dance with me, Video, 2:01 min, Wienfluss im Stadtpark, 2017
Wienfluss: Textil zu Zieharmonikamusik
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a duet for the Venice Biennale 2017, Video, 2:08 min
Vaporettostation “Biennale”: Bikinioberteil mit Wattierung
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LOSER
Die Arbeit LOSER ist ein wachsendes fotografisches Archiv einzelner, verloren gegangener Handschuhe. Seit 2011 entsteht diese Sammlung in einer gewissen Beiläufigkeit beim Gehen alltäglicher Wege. Von der ursprünglichen Aufgabe enthoben, werden die Dinge in Form eines Abbilds in eine Sammlung eingefügt und bekommen auf diese Weise einen neuen Platz zugewiesen. Die Installation spielt mit der doppelbödigen Bedeutung der Wörter “loser” bzw. “Verlierer”: zum einen greift sie das reale Verlorengehen der Handschuhe auf, zum anderen gibt es den sozialen Kontext, in dem man Menschen als “loser” oder “Verlierer” bezeichnet, die in der Gesellschaft ihren Platz nicht behaupten.
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Wandinstallation: Fotos, Klebeband, Ausstellungsansicht: lokal-int, Biel-Bienne, Schweiz, 2013

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Wandinstallation, Ausstellungsansicht: Barockschlössl Mistelbach, 2014

Ausstellungsansichten

Zurücklassen - Aufgreifen - Aneignen
Der urbane Raum ist das Aktionsfeld bzw. der Ausgangspunkt, den die Künstlerinnen mittels Zeichnung, Video, Objekt und Fotografie zum Thema ihrer künstlerischen Forschung machen. Der Blick richtet sich dabei sowohl auf die Stadt als soziales Gefüge als auch auf einen Ort vielfältiger Handlungsabläufe. Randbereiche des Alltäglichen werden beleuchtet und auf unterschiedliche Weise zum Thema gemacht.

Konzept: Maria Hanl, Silke Maier-Gamauf
mit Arbeiten von Elisa Andessner, Rahel Bruns, Romana Hagyo, Maria Hanl, Silke Maier-Gamauf, Christoph Schwarz, Reinhold Zisser, Performance: Goldfuß unlimited/Johanna Tatzgern

Notgalerie Wien, 2018

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