Jahresarchiv für 2014

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Holz, Nylon, Schulerpolster, Ausstellungsansicht: Systemprothesen, Wien 2014

Die jeweils rechts und links an Holzstäben befestigten Schulterpolster hängen an Nylonschnüren. Jede Schnur ist wiederum an einem Stab bestestigt, der in der Wand fixiert ist. Die Installation ist ähnlich einem Mobile und bildet eine fragile, in sich bewegliche Gruppierung.

states of exhaustion

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states of exhaustion
Ausstellungsansichten:
Basement, Wien 2014
masc foundation, Wien 2016

Holzstühle, die - wie verwundete Tiere - gleichsam „alle Viere in die Luft strecken“: Auf dem Kopf stehend, seitlich hingesunken zeigen sie verletzte Beine, geknickt, ungesund abgespreizt, in schlauchförmigen Bandagen / Verbänden steckend.

Es ist ein klares Pathos-Bild aus dem Tierreich der Gegenstände; ein Tableau gebrochener, beschädigter Kreatürlichkeit, eine dingliche Metapher für die funktionelle Uselessness prekär gewordener Existenzen.

Die große affektive, emotionale Wirkung dieser Installation gewährt allerdings auch die Möglichkeit, einige der Motive weiterzudenken: Bezeichnender Weise handelt es sich hier um Sitzmöbel, also um Möbel, die gemeinhin als Objekte angesehen werden, die dem Menschen das Aus-Ruhen ermöglichen.

Wurden sie, erhebt sích die Frage, schlecht behandelt? Wurden sie als Gebrauchs-Objekte und als praktische Alltagsbegleiter überbeansprucht, als Hilfsmittel überstrapaziert? Wurden sie achtlos weggeworfen? Haben sie AUSGEDIENT? - Wie verfahren wir mit ausgedienten …. Dingen, Menschen, Tieren: Pflegen wir sie, reparieren wir sie oder werfen wir sie auf den Müll, schieben sie ab in uneinnehmbare Räume: in den Keller, ins Altenheim, in die Klinik?

Fragen, die auf den klinischen Komplex hinweisen, auf die medizinische Reparatur-Industrie in grossem Stil, auf die REHA-Fabriken, in welchen massenweise und wie am Fliessband funktionstüchtige Menschen wieder-hergestellt werden (sollen). (Chris Zintzen, 2017, aus dem Text zur Ausstellung Pause - link zum vollständigen Text

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Rauminstallation, fünf Papierobjekte, bemalt, jeweils ca. 250 x 230 cm, Ausstellungsansicht: Kammerhofgalerie Gmunden, 2014

In der biologistisch orientierten Schönheitsforschung werden laufend neue Modelle entwickelt, an denen man den Faktor Schönheit scheinbar objektiv festmachen kann. Unter anderem mit einem System aus Linien und Winkeln, das die Gesichtsverhältnisse als besonders schön und optimal proportioniert definiert. Die Papierobjekte in der Arbeit lines of beauty orientieren sich an den Vorgaben dieser Linien. Sowohl in der raumgreifenden Installation dieser Objekte, als auch in der Videoarbeit beginnen diese Linien ein Eigenleben zu führen. Dabei stellen sich neben dem Bedürfnis nach Normierung und Kontrolle grundsätzliche Fragen über unser
Verhältnis zu einer endlichen Existenz.

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bad version, Linolschnitt, Holz, 2014

In der installativen Arbeit bad version wurden >Vorher-Bilder< von Gesichtsprofilen aus dem Internet verwendet, die den Erfolg einer Nasenkorrektur dokumentieren sollten. Es handelt sich dabei sowohl um männliche als auch weibliche Gesichter. Diese “verlorenen Profile” wurden in zarten Pastelltönen auf Büttenpapier gedruckt. Präsentiert auf einem Board an der Wand und mit dem Text “bad version” versehen werden gesellschaftliche Fragen nach Schönheit und ihrer Normierung verhandelt.

fragile-fur-websitefragile connections
Installation: Holz, Acryl, Textil, Ausstellungsanischt: Showroom Hrobsky, 2015

Die jeweils etwa einen Meter langen, in Rosa- und Beigetönen bemalten Holzstäbe bilden eine von der Decke hängende Gruppe. Es sind nur wenige Stäbe durch Baumwollbänder miteinander fixiert. Das vordergründige Prinzip der Verbindungen besteht darin, dass sich die Stäbe durch Ineinanderstecken gegenseitig halten und tragen und somit eine temporäre, fragile Anordnung bilden.

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fragile connectionsunfinished object - 3
100 Holzstäbe, ca. 100 x 100 cm, Acrylfarbe, Ausstellungsansicht: Galerie des OÖ Kunstvereins, Linz, 2014

unfinished objekt - 3 ist eine Anordnung aus rosa bis beige bemalten und ineinander verkeilten Holzstäben. Die Arbeit ist als interaktive Plastik konzipiert und richtet sich mit der Aufforderung “finish this object for me by changing one piece, thank you” an das Publikum.
Möglichkeiten einzugreifen, aber auch eine gewisse Verantwortung für dieses Objekt wurden damit aus der Hand gegeben. Das Aussehen der Plastik ist dadurch in ständiger Veränderung und entzieht sich letztendlich ihrer “Vollendung“.

groundground
Videoinstallation für das Barockschlössl Mistelbach, 2014

Die Videoinstallation ground wurde für das Barockschlössl in Mistelbach konzipiert. Es greift die gediegene Ordnung des alten Intarsienbodens in einem barocken Raum auf, der sich durch eingelegte Scheiben aus Metall auszeichnet. Diese Scheiben scheinen sich in diesem Animationsvideo plötzlich zu vermehren und beginnen, sich zu bewegen. Der Boden wird zu einem lebendigen aber damit auch unberechenbaren Ort, der das Versprechen nach Stabilität und Sicherheit nicht mehr einlöst.