Jahresarchiv für 2017

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reflections on time
Das alte Maierhofgebäude der AIR Hotel Pupik in Scheifling, Steiermark zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass Zeichen der Vergänglichkeit nicht sofort beiseitegeschafft werden, sondern ihren Platz behaupten können. Die Dachhaut hat vereinzelt Löcher und bei starkem Regen tropft es von der Decke. Diese sichtbaren Zeichen von Zeit und ihrem Vergehen wurden für diese Installation aufgegriffen: in der Videoarbeit “paintings of a rainy day” malt der herabtropfende Regen - begleitet vom eigenen Sound - Bilder in die aufgebrachte Tusche auf Papier. Das behelfsmäßig angebrachte Regendach inspirierte zur Videoarbeit sun is drawing a line for me (Videostills oben) Ausstellungsansicht: Pupik 2017

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bindegewebe der zeit
Unter dem Begriff der Zeitkapsel versteht man im strengerem Sinn einen Behälter, in dem zeittypische Dinge für eine bestimmte Zeit verschlossen werden, um sie für nachfolgende Generationen zu bewahren und zu dokumentieren. Diese Objekte sind meist von geringem materiellem Wert und sollen die Vergangenheit sichtbar und spürbar zu machen.
Diese Vorstellung einer materialisierten Lebenszeit wird in der Arbeit bindegewebe der zeit aufgegriffen. Denn anhand von Dingen gestaltet der Mensch nicht nur seine Welt, er baut mit ihnen auch ständig seine Identität auf. Auf eine gewisse Weise verleibt er sich Dinge ein und macht sie zur Verlängerung seines Ichs. (Persönliche) Dinge sind es, die übrigbleiben, wenn ein Mensch diese Welt wieder verlässt, sie erzählen von einer Zeit, aber auch von der menschlichen Fragilität und seinen Bemühungen in Form von Materialität weiterzubestehen. Das Vergehen von Zeit und die Endlichkeit allen Lebendigen ist hier keine Tragödie. Es handelt sich vielmehr um eine poetische Reflexion.

Rauminstallation: Fotografie, Video, Objekte, 2014, Ausstellungsansicht: masc foundation 2016

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schizophrenia
Wandinstallation, 360 x 500 cm, Aquarell auf Papier, Metall (Fertigstellung im Rahmen der AIR des Landes OÖ in Cesky Krumlov, CZ, 2016)
Ausstellungsansicht: k-haus 2017
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Den unter diesem Titel versammelten Arbeiten wohnt eine Spaltung inne. Was zunächst als zarter Stern erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Anordnung von Bomben. Das Material der ornamentalen Bodeninstallation sind kontaminierte Erden. Die Schönheit ist daher nur vordergründig, das verwendete Material letztlich Sondermüll.
In unserer Gesellschaft sind wir täglich mit Widersprüchen konfrontiert, die uns mittlerweile (scheinbar) zur Gewohnheit geworden sind. Es ist offensichtlich: der finale Abgang der Menschheit könnte selbstverschuldet sein. Die Videoarbeiten, Installationen und Objekte sind Inszenierungen apokalyptischer Vorstellungen verbunden mit diffusen Ängsten und Mechanismen der Verdrängung.

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heavy metal
Für diese Bodeninstallation wurden mit Schwermetallen kontaminierte Böden herangezogen.
Die Ornamente orientieren sich an Fliesenmustern und wurden mit Schablonen auf jeweils
30 x 30 cm großem Aquarellkarton aufgebracht. Vier Stück davon bilden einen vollständigen Mustersatz, der jeweils einer Erde zugeordnet ist. Die bisher verwendeten Bodenproben wurden von internationalen Forschunginstituten bezogen und stammen vorwiegend aus dem europäischen Raum und Afrika. Parallel zur Arbeit entsteht ein ergänzendes Buch, in dem jedem Mustersatz die GPS Daten der Entnahmestelle des Bodens, die Art und Höhe der Kontamination und die beteiligte Forschungseinrichtung zugeordnet sind. Diese Arbeit versteht sich als “work in progress” hinsichtlich der Anzahl der verwendeten Proben und der geografischen Ausdehnung der Entnahmestellen.

Erden auf Aquarellkarton, Musteranordnungen von jeweils 90 x 90 cm, 2017

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anders wie (part eins)
Rauminstallation für goldfußunlimited,
Performance anders wie / part1
mit Angela Besunk, Ilse Reiser, Martin Tomann, Steffi Wimmer
Livemusik: Martin Kratochwil
Künstlerische Leitung: Johanna Tatzgern
Kunsttankstelle Ottakring, 2017