about

Im Zentrum der künstlerischen Arbeit von Maria Hanl steht die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Strukturen, wobei sie gewohnte Systeme in Frage stellt und deren vermeintliche Stabilität mit der ihnen innewohnenden Fragilität konfrontiert.
Momente der Veränderung sind ein wesentlicher Bestandteil in ihren Arbeiten, womit Konstruktion und Dekonstruktion in das Werk eingeschrieben sind. Dabei richten sich oft sehr griffige und inhaltlich geladene Titel mit einer Aufforderung zur Interaktion an die BetrachterInnen. Build a concrete house for me please oder stabilize me veranschaulichen diesen interaktiven Charakter, der eine zunehmend größer werdende Rolle spielt.
Der menschliche Fokus als Bezugspunkt ist ein unabdingbarer Bestandteil in Hanls Herangehensweise. Es stellt sich dabei stets die Frage, welche Funktion der Faktor Mensch im jeweiligen „System“ einnimmt, bzw. auf welche Weise er vom jeweiligen System eingenommen wird. Ein Aspekt dieser Auseinandersetzung untersucht die Durchdringung der Privatheit nach den Gesetzmäßigkeiten des freien Wettbewerbs und seiner neoliberalen Praktiken. Wie Ulrich Bröckling bemerkte, gibt es keine Lebensäußerung mehr, deren Nutzen nicht optimiert oder maximiert werden kann. Der Mensch wird so zum Manager seiner Selbst und zum Jongleur seiner Möglichkeiten mit der stets eingeschriebenen Angst vor dem persönlichen Scheitern.
Eine Idee wird von Maria Hanl stets über einen längeren Zeitraum detailliert und systematisch aus verschiedenen Perspektiven ausgelotet. Die Künstlerin entwickelt Arbeiten oft anhand von Modellen und Skizzen. Ansätze von früheren Arbeiten und Notizen verknüpfen sich wie von selbst und integrieren sich in einen gedanklichen Kontext der sie gerade beschäftigt. Das Abgleichen innerer Vorstellungen und äußerer Vorgaben ist hierbei ein bedeutsamer Prozess.

Die Art der Reflektion, die Maria Hanl durch ihre Kunst kanalisiert, um Gedanken auf anderer Ebene sichtbar zu machen, kann als Einladung zur Auseinandersetzung mit den Bedingungen des „alltäglichen Lebens“ verstanden werden.