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TERRITORIES

Wenn wir von Territorien sprechen, denken viele zuerst an Staaten, Länder oder Städte. Doch künstlerisch betrachtet sind es vor allem die mentalen Räume, die inneren Grenzziehungen, die die menschliche Gemeinschaft zusammenhalten oder spalten. Die Gedanken sind hier wie geheime Karten: Sie markieren autonomes Gelände, das geschützt, verteidigt oder auch expandiert werden will. Jede Meinung hat einen Rand, jede Überzeugung einen Kompass, der die Orientierung der Gruppe bestimmt. So entstehen unsichtbare Grenzen, die oft stärker wirken als sichtbare Zäune.

Meine künstlerischen Arbeiten fragen nicht nach der absoluten Wahrheit, sondern interessieren sich für die Dynamik von Territorialität: Wer beansprucht welches Gebiet? Welche Narrative sichern Macht? Welche Welten gelten als legitim, welche als fremd?
Sprache bildet dabei ein wesentliches künstlerisches Werkzeug um dieses Feld zu beackern. Territorien sichern Zugehörigkeit und Schutz, aber im gleichen Moment schließen sie andere aus, schaffen Feindbilder und erzeugen Angst vor dem Verlust von Status oder Einfluss. Meine Arbeiten spüren diese Spannung auf und laden ein, dort zu verweilen, wo Angst, Verdrängung oder Machtambitionen sichtbar werden. Sie erinnern daran, dass Macht oft aus dem Potenzial entsteht, Welten zu ordnen, zu sortieren, zu kontrollieren – und dass genau dort eine verantwortungsvolle Kunst ansetzen muss: nicht um Gehorsam zu erzeugen, sondern um Denkräume zu eröffnen.

Erkennen wir die alten Muster im neuen Design?
Digitaldruck auf Baumwolle, 2023

Erkennen wir die alten Muster im neuen Design?
Installation im Rahmen der Ausstellung EMOTIONAL LANDS, philomena+, Wien, 2024

Performative Fotoarbeit und Textarbeit
Digitaldruck auf Samt (ca. 120 x 110
cm)




WAS IST AUS DIR GEWORDEN?

Textarbeit, 2025
gezeigt in der Kunst-Zelle (DEMOKRATIE:ZELLE) im Rahmen von Independent Space Festival 2025
(Foto: Pablo Chiereghin)






ERKENNEN WIR DIE ALTEN MUSTER IM NEUEN DESIGN?

Das Gewicht von Papier

War es im Rahmen der Residency 2021 in Steyrermühl vor allem der ORT, der Maria Hanl künstlerisch interessierte, kommen 2023 verstärkt die WORTE ins Spiel, gedacht als Sprache, die gesellschaftliche Verhältnisse benennt und beschreibt. Sprache kann Abhängigkeiten und Ausbeutungsverhältnisse ansprechen, sie kann jedoch auch das Gegenteil: sie verschleiern und hinter glatten Begriffen fast unsichtbar machen.

Vieles ist heutzutage „smart“ und auf den ersten Blick auf das Wohl der Menschen gerichtet. Maria Hanl blickt in ihrer Auseinandersetzung aus dem Blickwinkel einer bildenden Künstlerin hinter die Fassaden von Begrifflichkeiten. In ihrem Künstlerbuch „Mantra aus dem Anthropozän“ spielt sie auf Glaubenssätze an, die von vielen Menschen in einer neoliberal-kapitalistischen Welt selbstverständlich und daher oft unhinterfragt übernommen werden. Es stellen sich für die Künstlerin daher immer auch gesellschaftliche Fragen: welche Solidarität ist in einer Gesellschaft möglich, deren ureigenster Motor die Konkurrenz darstellt?

Eine Gesellschaft, deren wichtigster Wert der Profit ist, wird, in dieser Logik, selbigem alles unterordnen. Die Natur und der Mensch selbst verkommen damit zu Ressourcen, die es zu benützen, zu verwerten und zu kontrollieren gilt. Das Lebendige und die Verbundenheit mit dem Lebendigen werden dabei unweigerlich auf der Strecke bleiben.

Das von der Künstlerin geschaffene installative Setting, eröffnet Sichtweisen und Fragen, die uns Menschen an der Schwelle in ein Neues Zeitalter betreffen. Denn schließlich geht es um nichts geringeres, als um die Frage, wie wir als Menschen in dieser Welt sein möchten.

Das Material Papier (bzw. sein Rohstoff) und Elemente aus der ehemaligen Fabrik (wie Meßgeräte, Metallteile usw.) werden dabei von Maria Hanl geschickt in die Szenografie eingebaut, die sowohl Text, Video, Fotografie und textile Objekte miteinschließt.

Installationsanischt: Papiermachermuseum Steyrermühl, 2023
…so etwas wie Kartografie, Pestwurz, Traunufer, 2021

Wer spricht? Papierobjekt, 2023

temporäre Zusammenführung, Fundstücke, Texte, Fotografie, 2023
Mantras aus dem Anthropozän, Ppierobjekte, 2023
Erkennen wir die alten Muster im neuen Design?
textile Objekte und Fotografie, 2022-23