Archiv für die 'fotografie' Kategorie

time capsules
Unter dem Begriff der Zeitkapsel versteht man im strengeren Sinn einen Behälter, in dem zeittypische Dinge für eine bestimmte Zeit verschlossen werden, um sie für nachfolgende Generationen zu bewahren und zu dokumentieren. Diese Objekte sind meist von geringem materiellen Wert und sollen die Vergangenheit sichtbar und spürbar machen.
Diese Vorstellung einer materialisierten Lebenszeit wird in den Arbeiten time capsues aufgegriffen. Denn anhand von Dingen gestaltet der Mensch nicht nur seine Welt, er baut mit ihnen auch ständig seine Identität auf. Auf eine gewisse Weise verleibt er sich Dinge ein und macht sie zur Verlängerung seines Ichs. (Persönliche) Dinge sind es, die übrigbleiben, wenn ein Mensch diese Welt wieder verlässt. Die installativen Anordnungen erzählen von der menschlichen Fragilität und den Bemühungen in Form von Materialität weiterzubestehen. Das Vergehen von Zeit und die Endlichkeit allen Lebendigen ist hier keine Tragödie. Es handelt sich vielmehr um eine poetische Reflexion.

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materialisierte zeit, Fotografie, Größen variabel, 2014/17
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erosion, Tisch, Puzzle, 2014/16
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time capsules, Rauminstallation: Fotografie, Objekte, Video
Ausstellungsansicht: masc foundation 2016

schizophrenia
Den unter diesem Titel versammelten Arbeiten wohnt eine Spaltung inne. Was zunächst als zarter Stern erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung der Wandinstallation schizophrenia als Anordnung von gemalten Bomben bzw. schwerem Kriegsgeschütz. Die zarte Erscheinung und die inhaltliche Aufladung gehen hier diametral auseinander. Die äußere Erscheinung vollführt mit ihrer offensichtlichen Ästhetik ein Täuschungsmanöver und macht dem Betrachter, der Betrachterin etwas vor.
“Hanls Arbeit verunsichert. Unserer Wahrnehmung, unserer Sicht auf die Welt ist nicht zu trauen. Vieles ist oft nicht so, wie es scheint, und ein zarter Stern kann sich als grausames Mordinstrument erweisen” (Günther Oberhollenzer, in: Andere Geschichten, Hg. Künstlerhaus, Wien 2017). Ein weiterer Aspekt, der in dieser Arbeit steckt, ist die Fassade, die schöne Form. Ein Versuch, Tatsachen zu verdrängen, um mit der Komplexität und den Widersprüchen in der heutigen Gesellschaft zurechtzukommen. Die Fülle an Informationen, die den modernen Menschen überflutet, führt nicht zwingend zu mehr Wissen und Aufklärung, sondern oft im Gegenteil zu mehr Desinformation, Unsicherheit und Ängsten. Die Videoarbeiten, Installationen und Objekte sind Inszenierungen apokalyptischer Vorstellungen verbunden mit diffusen Ängsten und Mechanismen ihrer Verdrängung.
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Ausstellungsansicht: Andere Geschichten, k-haus 2017
Wandinstallation, 360 x 500 cm, Aquarell auf Papier, Metall (Fertigstellung im Rahmen der AIR des Landes OÖ in Cesky Krumlov, CZ, 2016)
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fleurs du mal, Installation: Fotografie, Metall, Magnet, Vase, Digitaldruck auf Textil, 2016

states of exhaustion
Holzstühle, die - wie verwundete Tiere - gleichsam „alle Viere in die Luft strecken“: Auf dem Kopf stehend, seitlich hingesunken zeigen sie verletzte Beine, geknickt, ungesund abgespreizt, in schlauchförmigen Bandagen / Verbänden steckend.

Es ist ein klares Pathos-Bild aus dem Tierreich der Gegenstände; ein Tableau gebrochener, beschädigter Kreatürlichkeit, eine dingliche Metapher für die funktionelle Uselessness prekär gewordener Existenzen.

Die große affektive, emotionale Wirkung dieser Installation gewährt allerdings auch die Möglichkeit, einige der Motive weiterzudenken: Bezeichnender Weise handelt es sich hier um Sitzmöbel, also um Möbel, die gemeinhin als Objekte angesehen werden, die dem Menschen das Aus-Ruhen ermöglichen.

Wurden sie, erhebt sích die Frage, schlecht behandelt? Wurden sie als Gebrauchs-Objekte und als praktische Alltagsbegleiter überbeansprucht, als Hilfsmittel überstrapaziert? Wurden sie achtlos weggeworfen? Haben sie AUSGEDIENT? - Wie verfahren wir mit ausgedienten …. Dingen, Menschen, Tieren: Pflegen wir sie, reparieren wir sie oder werfen wir sie auf den Müll, schieben sie ab in uneinnehmbare Räume: in den Keller, ins Altenheim, in die Klinik?

Fragen, die auf den klinischen Komplex hinweisen, auf die medizinische Reparatur-Industrie in grossem Stil, auf die REHA-Fabriken, in welchen massenweise und wie am Fliessband funktionstüchtige Menschen wieder-hergestellt werden (sollen). (Chris Zintzen, 2017, aus dem Text zur Ausstellung Pause - link zum vollständigen Text

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states of exhaustion
Ausstellungsansichten: Installation, Basement, Wien 2014
Fotoobjekte in Holzbox, ca 30 x 25 x 25 cm, masc foundation, Wien 2016

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exhausted, Video, 20 sec., 2015
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limited systems

Im Fokus der Betrachtungen steht der Mensch als soziales Wesen, mitunter als Trainer seiner selbst und Optimierer seiner Könnenschancen, als Individuum in einer Welt scheinbar grenzenloser Möglichkeiten, in der er letztendlich doch immer wieder zurückgeworfen ist auf sich selbst. Konfrontiert mit seiner Unzulänglichkeit und mit der täglichen Möglichkeit des Scheiterns und Sterbens. Die Arbeiten aus der Serie limited systems versuchen in unterschiedlichen installativen Anordnungen die sozialen Bedingungen des Lebens aufzugreifen. Gruppierungen in scheinbar losen Verbindungen, permanete Veränderungen durch Eingriffe von Außen und eine offensichtliche Fragilität zeichnet die Arbeiten aus.

Für lean on me wurden Schulterpolster zu einer Wandinstallation zusammengefügt, die ähnlich einem Mobile eine fragile Anordnung bilden. Der sich aus dem Titel ableitende Aufforderungscharakter wird dadurch ad absurdum geführt.
EXIST wurde Ton in situ an der Wand aufgebracht, der sich bereits nach kurzer Zeit von der Wand zu lösen begann und nur einen zarten Schriftschatten zurückließ.
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bricolage, Pavillon am Milchhof, Berlin 2015
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limited systems
Showroom Hrobsky, Wien 2015
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raster, komprimiert
Textilklebeband auf Wand, Maße variabel
Ausstellungsansichten
oben: Barockschlössl Mistelbach, 2014
und Showroom Hrobsky, 2015
Ein Raster mit den ursprünglichen Maßen von 10 x 1,5 m in sich auflösendem und komprimiertem Zustand.

paradise
In der installativen Arbeit paradise wurden “paradiesische” Elemente - wie künstliche und echte Pflanzen, Tiere usw. - aus Shoppingcentern mittels Fotografie extrahiert. Die daraus entstandenen Objekte stehen mit ihrer Rückseite zum Betrachter in einer weißen Spiegelbox. Die Vorderseite erschließt sich erst durch näheres Herantreten an die Installation, zu deren Bestandteil der Betrachter unweigerlich wird. Es entstanden bisher fünf unterschiedliche Boxen: die Basis für die Boxen 1, 2 und 3 bilden Fotos aus Shoppingcentern der Städte Wien, Berlin, Zürich, Paris und Budapest. Die Basis für die Boxen 4 und 5 bilden Fotos aus Malls in Marrakesch, Fès, Rabat und Casablanca.

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paradise
Boxen: 85 x 36 x 30 cm, Pappelsperrholz, Spiegel
fotografische Objekte, Kappaplatten, Holz
2013-15

JOURNEYS
Arbeiten 2011 - 2018

Was ist Raum ? Wie konstruieren wir ihn und wie nehmen wir ihn wahr ?
Was ist öffentlich und wo beginnt das Private ? Wie verändert die Allgegenwärtigkeit von bildproduzierenden Medien unsere Seh- und Handlungsgewohnheiten ?

Artist in Residence Aufenthalte, Reisen und der alltägliche Weg von A nach B sind für mich Anlass, mich in Video- und Fotoarbeiten mit dem Verhältnis von Mensch, Stadt, Raum, Zentrum und Peripherie auseinanderzusetzen. Dabei interessieren mich Phänomene von Produktion und Vermarktung touristischer Zentren ebenso wie die Untersuchung der damit verbundenen Erwartungshaltungen und grundsätzliche Fragen nach menschlicher Individualität.