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JOURNEYS

urban performances

Die Zentren europäischer Großstädte, mit ihren historischen Stadtkernen, Museen und Sehenswürdigkeiten, sind gleichzeitig auch Zentren des Tourismus. Die moderne Gesellschaft bringt ein im Einzelnen stark differenziertes Bedürfnis nach Erholung und Alltagsdistanz hervor und reagiert darauf durch verschiedene Formen von Urlaubsreisen. Obwohl der enge Zusammenhang von Wirtschaft und Tourismus offensichtlich ist, scheint sich das Phänomen nicht darin zu erschöpfen: denn wichtige Elemente sind unter anderem Symbole, Markierungen und Bilder des Fremden. In den Arbeiten urban performances sind unterschiedliche, beobachtbare und erfahrbare Phänomene Gegenstand der Auseinandersetzung. Die Vermarktbarkeit des Raums hat nicht nur Auswirkungen auf dessen Gestaltung und Wahrnehmung, als touristische Attraktion wird er auch zum Medium der Erwartungsbildung. So werden Orte aufgesucht und mit den abgespeicherten Bildern aus Internet und Reiseführer abgeglichen, speziell dafür eingerichtete Busse bringen die Besucher ganz zielstrebig an die jeweiligen Ziele. Das Video gaps behandelt die dabei auftretenden touristischen Leerstellen. Das Abklappern von Sehenswürdigkeiten und das Posieren und Fotografieren vor ihnen kann aber durchaus auch - wie im der Videoarbeit Performing with Strauß - als Teil einer Choreografie gelesen werden.

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touching the pyramid
Video, Hochformat, 19:23 min, Paris, 2018

Der Louvre und die gläserne Pyramide des Architekten Ieoh Ming Pei bilden für viele Touristen einen Fixpunkt im Ablauf einer Paris-Reise. Auf den dort in regelmäßigen Abständen angebrachten Steinquadern positionieren sich permanent Menschen um mit einer erhobenen Geste der Hand für ein Erinnerungsfoto/Video das Berühren der Glaspyramide zu simulieren. So vollzieht sich täglich und im minütlichen Wechsel eine Art Choreografie der immer gleichen Gesten.
Diese Arbeit entstand im Rahmen einer AIR der BKA-Kunstsektion in der Cité internationale des arts, Paris (F)

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performance with Strauß
Video, Hochformat, 8:36 min, Wien, 2016

urban choreographies
In den Videos unter diesem Titel werden Arbeiten versammelt, die als choreografische Sequenzen gelesen werden können. In den filmisch festgehaltenen Situationen im urbanen Raum spielen mehrheitlich vorgefundene Dinge die Hauptrolle: ein roter Schirm tanzt im Wind, ein Kleidungsstück bewegt sich zur Musik…
Die Aufnahmen wurden sozusagen im Vorbeigehen gesammelt. Dabei ist die Poesie des Flüchtigen genauso Thema wie die Choreografie des Blicks durch die Aufmerksamkeit auf das Seltsame im Alltäglichen oder den absurden Moment.

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dancing in the wind / rough times Video, 0:17 min, Wien, 2016
Das Video zeigt einen offensichtlich ramponierten Regenschirm, der in einen Mistkübel gesteckt wurde. Im Wind scheint dieser Schirm zu tanzen und schafft sich dabei seine eigene Musik.
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dance with me, Video, 2:01 min, Wienfluss im Stadtpark, 2017
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a duet for the Venice Biennale 2017, Video, 2:08 min
Das Video zeigt ein vor der Vaporettostation “Biennale” angeschwemmtes Bikinioberteil, das sich Dank eingenähter Schaumstoffpolster in den Wellen wiegt.
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LOSER
Die Arbeit LOSER ist ein wachsendes fotografisches Archiv einzelner, verloren gegangener Handschuhe. Seit 2011 entsteht diese Sammlung in einer gewissen Beiläufigkeit beim Gehen alltäglicher Wege. Von der ursprünglichen Aufgabe enthoben, werden die Dinge in Form eines Abbilds in eine Sammlung eingefügt und bekommen auf diese Weise einen neuen Platz zugewiesen. Die Installation spielt mit der doppelbödigen Bedeutung der Wörter “loser” bzw. “Verlierer”: zum einen greift sie das reale Verlorengehen der Handschuhe auf, zum anderen gibt es den sozialen Kontext, in dem man Menschen als “loser” oder “Verlierer” bezeichnet, die in der Gesellschaft ihren Platz nicht behaupten.
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Wandinstallation: Fotos, Klebeband, Ausstellungsansicht: lokal-int, Biel-Bienne, Schweiz, 2013

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Wandinstallation, Ausstellungsansicht: Barockschlössl Mistelbach, 2014

Ausstellungsansichten

Zurücklassen - Aufgreifen - Aneignen
Der urbane Raum ist das Aktionsfeld bzw. der Ausgangspunkt, den die Künstlerinnen mittels Zeichnung, Video, Objekt und Fotografie zum Thema ihrer künstlerischen Forschung machen. Der Blick richtet sich dabei sowohl auf die Stadt als soziales Gefüge als auch auf einen Ort vielfältiger Handlungsabläufe. Randbereiche des Alltäglichen werden beleuchtet und auf unterschiedliche Weise zum Thema gemacht.

Konzept: Maria Hanl, Silke Maier-Gamauf
mit Arbeiten von Elisa Andessner, Rahel Bruns, Romana Hagyo, Maria Hanl, Silke Maier-Gamauf, Christoph Schwarz, Reinhold Zisser, Performance: Goldfuß unlimited/Johanna Tatzgern

Notgalerie Wien, 2018

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