about

Maria Hanl beschreibt ihre Arbeitsweise als prozesshaftes Denken das Material, Text und Körper miteinschließt. Sie versteht sich als Beobachterin gesellschaftlicher Phänomene und interessiert sich für menschliche Bedingtheiten, Auffällig- und Alltäglichkeiten im Spannungsfeld von Individuum, Gesellschaft, Kultur und Natur.

Die Künstlerin interessiert sich für die Brüche unseres sozialen Gefüges und setzt für ihre künstlerischen Beobachtungen Zeichnung, Fotografie, Text, Video und Installation ein.
Auf scheinbar leichte Weise analysiert sie gesellschaftliche Zustände und versucht in poetischen Anordnungen komplexe, schwer fassbare Phänomene zu visualisieren und sinnlich erlebbar zu machen.

Ihre Werke zeigen jene Stellen, an denen ein System täuscht, Sinne trübt oder Gewalt verschleiert — dort, wo Abläufe ins Absurde kippen, abbrechen oder zerbröckeln. Sie macht spürbar, wie Erschöpfung und brüchige Zustände mit unserem Alltag verwoben sind.

Die Künstlerin interessiert sich für die Vielheit von Teilsystemen des Sozialen — ihre Verknüpfungen und Ausschlüsse — und stellt so den autopoetischen (selbsterschaffenden) Kreislauf dieser Systeme in Frage: Was passiert, wenn die Voraussetzungen ihrer Entstehung wegfallen? Niklas Luhmann beschreibt, dass Soziales aus der Einheit von Information, Äußerung und Verständnis entsteht. Maria Hanl visualisiert die fragilen Zustände, in denen diese Synthese mitunter schleichend versagt, propagandistsich verzerrt wird und das gesellschaftliche Gefüge implodiert.

Die Arbeiten erzeugen ein Nachdenken über Grenzen, Ermüdung und die verborgenen Mechanismen gesellschaftlicher Ordnung, ohne einfache Antworten zu geben, aber mit starker poetischer Evidenz.
Wien, 2026

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„Subjekte und Objekte strukturieren Zeit und Raum“ schreibt der Soziologe Hartmut Rosa in seinem Buch „Resonanz“. Dabei sieht er Resonanz als einen strikt relationalen Begriff. Es lässt sich darunter auch ein romantisches Konzept verstehen, das sich den verdinglichenden Weltbegriffen des auf Berechnung, Beherrschung und Kontrolle gerichteten Rationalismus entgegenstellt. Mit meiner künstlerischen Arbeit kann ich hier gut anknüpfen, denn sie resultiert aus einer persönlichen Verarbeitung und Verdauung von Welt.

Aus einer sich stetig verändernden Sicht heraus erforsche ich Bedingtheiten des Menschen und interessiere mich für das Verhältnis, bzw. den Beziehungen zwischen Subjekten und Objekten und den Räumen die sich durch diese Verbindungen entfalten. Meinen künstlerischen Zugang würde ich als eine Praxis der Reflexion beschreiben. Ich bin weniger an Zuständen interessiert, als vielmehr an den stetigen Veränderungen, die jedem lebendigen Organismus eingeschrieben sind und an Bedeutungsverschiebungen, die mit diesen Veränderungen einhergehen.

Neben Objekt, Video, Fotografie, sind es vor allem grafische Elemente – allen voran die gezogene oder gespannte schwarze Linie – die viele meiner Arbeiten bestimmen oder oft ein Teil von ihr sind. Der eigene Körper –  in schwarz gekleidet – ist immer wieder auch selbst Gegenstand dieser Zeichnungen und Installationen. Der Körper fungiert dabei in seiner ganzen Bewegtheit als ein Werkzeug des Denkens, Aufzeichnens, Strukturierens und Reflektierens und wird als wissendes Speicherorgan des Lebens und seiner Umstände verstanden. Das Spiel – gesehen als ergebnisoffenes Forschen und prozesshaftes Tun  – ist die Quelle stetiger, assoziativer und überraschender in Material übersetzter Überlegungen und Erkenntnisse. Sowohl die Sprache des verwendeten Materials als auch die damit verbundenen Prozesse und Bezüge sind dabei von Bedeutung.
Wien, 2020

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aus einem Text von Petra Noll-Hammerstiel*

„(…) Zudem bringt sie performative und damit choreografische Elemente ins Spiel („Denken mit dem Körper“), verbindet Gesten und Abdrücke von Händen und Haltungen von Füßen mit Objekten und geometrischen Elementen oder performt mit ihrem in Schwarz gekleideten Körper Linien an der Wand oder in der Natur. Letztlich nimmt sie selbst – abstrahiert nur von hinten zu sehen – die Form einer Linie an. Der Körper wird so zum Teil ihrer Dingwelt und thematisiert die komplexen Beziehungen und Verbindungen des Menschen in einer vernetzten globalisierten Welt – eine Situation zwischen Abhängigkeit und Zwang, Kommunikation und Zusammenwirken, Chaos und Struktur, die Hanl auch auf abstrakte Weise in Fadengrafiken aus Linienkonstellationen ver(sinn)bildlicht.“

* Petra Noll-Hammerstiel in: EXCHANGING LINES (Hanl/Hultman), 2020


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„Die Art der Reflektion, die Maria Hanl durch ihre Kunst kanalisiert, um Gedanken auf anderer Ebene sichtbar zu machen, kann als Einladung zur Auseinandersetzung mit den Bedingungen des „alltäglichen Lebens“ verstanden werden.„*

*Dagmar Buchta

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Geogia Holz: Der Boden unter unseren Füßen. Eine entgrenzte Topografie.
Zu Maria Hanls Arbeit Heavy metal, 2018
Georgia Holz: The Ground Beneath Our Feet. A Boundless Topography.
On Maria Hanl’s Work heavy metal (2018)
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Synne Genzmer: Die schöne Form, die Zeit, der Zusammenbruch
Über die Kommunikation der Systeme in den Arbeiten von
Maria Hanl, 2017
Synne Genzmer: The Beautiful Form, the Time, the Collapse
On the Communication of Systems in the Works of
Maria Hanl, 2017