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TERRITORIES

Wenn wir von Territorien sprechen, denken viele zuerst an Staaten, Länder oder Städte. Doch künstlerisch betrachtet sind es vor allem die mentalen Räume, die inneren Grenzziehungen, die die menschliche Gemeinschaft zusammenhalten oder spalten. Die Gedanken sind hier wie geheime Karten: Sie markieren autonomes Gelände, das geschützt, verteidigt oder auch expandiert werden will. Jede Meinung hat einen Rand, jede Überzeugung einen Kompass, der die Orientierung der Gruppe bestimmt. So entstehen unsichtbare Grenzen, die oft stärker wirken als sichtbare Zäune.

Meine künstlerischen Arbeiten fragen nicht nach der absoluten Wahrheit, sondern interessieren sich für die Dynamik von Territorialität: Wer beansprucht welches Gebiet? Welche Narrative sichern Macht? Welche Welten gelten als legitim, welche als fremd?
Sprache bildet dabei ein wesentliches künstlerisches Werkzeug um dieses Feld zu beackern. Territorien sichern Zugehörigkeit und Schutz, aber im gleichen Moment schließen sie andere aus, schaffen Feindbilder und erzeugen Angst vor dem Verlust von Status oder Einfluss. Meine Arbeiten spüren diese Spannung auf und laden ein, dort zu verweilen, wo Angst, Verdrängung oder Machtambitionen sichtbar werden. Sie erinnern daran, dass Macht oft aus dem Potenzial entsteht, Welten zu ordnen, zu sortieren, zu kontrollieren – und dass genau dort eine verantwortungsvolle Kunst ansetzen muss: nicht um Gehorsam zu erzeugen, sondern um Denkräume zu eröffnen.

SO IST DAS IM KRIEG

Entschieden wird oben/gestorben wird unten
Performative Fotoarbeit und Textarbeit
Digitaldruck auf Samt (ca. 120 x 110
cm), 2023




WAS IST AUS DIR GEWORDEN?

Textarbeit, 2025
gezeigt in der Kunst-Zelle (DEMOKRATIE:ZELLE) im Rahmen von Independent Space Festival 2025
(Foto: Pablo Chiereghin)






HCIUD
(eine Kooperation von Maria Hanl & Michaela Schausberger, 2023/24)

Hciud – 2024/1

hciud, Performance im Rahmen von „emotional lands“, philomena+, Wien


















Was ist der Kitt, der diese Welt zusammenhält? Selbst wenn wir die gleiche Sprache sprechen, verstehen wir uns noch? Wer gibt den Worten ihre Bedeutung und wer entscheidet, was sie bedeuten?
Die bildende Künstlerin Maria Hanl und die Komponistin und Performerin Michaela Schausberger eröffnen dem Publikum einen poetischen Reflexionsraum. Sie nähern sich diesen Fragen in Form einer performativen Zeichnung, in der das Wort in seiner Semantik und Phonation der Ausgangspunkt für die Erkundung der Zusammenhänge zwischen Bewegung/Denken/Spüren ist.

english version:
What is the glue that holds this world together? We speak one language, but do we still understand each other? Who gives words their meaning and who decides what they mean? The visual artist Maria Hanl and the composer and performer Michaela Schausberger approach these questions in the form of a performative drawing, in which the word in its semantics and phonation is the starting point for exploring the connections between movement/thinking/sensing.



hciud – 2023/1

hciud – performative drawing (Bewegung, Stimme, Sound, Video), 2023


 




DAHEIM

daheim
Foto-Objekt, Faden, Tusche, Stahlstifte
(Detail und Installationsansicht)
FLUSS – NÖ Initiative für Foto- und Medienkunst, 2020