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states of exhaustion
Holzstühle, die - wie verwundete Tiere - gleichsam „alle Viere in die Luft strecken“: Auf dem Kopf stehend, seitlich hingesunken zeigen sie verletzte Beine, geknickt, ungesund abgespreizt, in schlauchförmigen Bandagen / Verbänden steckend.

Es ist ein klares Pathos-Bild aus dem Tierreich der Gegenstände; ein Tableau gebrochener, beschädigter Kreatürlichkeit, eine dingliche Metapher für die funktionelle Uselessness prekär gewordener Existenzen.

Die große affektive, emotionale Wirkung dieser Installation gewährt allerdings auch die Möglichkeit, einige der Motive weiterzudenken: Bezeichnender Weise handelt es sich hier um Sitzmöbel, also um Möbel, die gemeinhin als Objekte angesehen werden, die dem Menschen das Aus-Ruhen ermöglichen.

Wurden sie, erhebt sích die Frage, schlecht behandelt? Wurden sie als Gebrauchs-Objekte und als praktische Alltagsbegleiter überbeansprucht, als Hilfsmittel überstrapaziert? Wurden sie achtlos weggeworfen? Haben sie AUSGEDIENT? - Wie verfahren wir mit ausgedienten …. Dingen, Menschen, Tieren: Pflegen wir sie, reparieren wir sie oder werfen wir sie auf den Müll, schieben sie ab in uneinnehmbare Räume: in den Keller, ins Altenheim, in die Klinik?

Fragen, die auf den klinischen Komplex hinweisen, auf die medizinische Reparatur-Industrie in grossem Stil, auf die REHA-Fabriken, in welchen massenweise und wie am Fliessband funktionstüchtige Menschen wieder-hergestellt werden (sollen). (Chris Zintzen, 2017, aus dem Text zur Ausstellung Pause - link zum vollständigen Text

statesfur-website
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states of exhaustion
Ausstellungsansichten: Installation, Basement, Wien 2014
Fotoobjekte in Holzbox, ca 30 x 25 x 25 cm, masc foundation, Wien 2016

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exhausted, Video, 20 sec., 2015
link to video

ground
Die Videoinstallation ground wurde für das Barockschlössl in Mistelbach konzipiert.
Es greift die gediegene Ordnung des alten Intarsienbodens in einem barocken Raum auf, der sich durch eingelegte Scheiben aus Metall auszeichnet. Diese Scheiben scheinen sich in diesem Animationsvideo plötzlich zu vermehren und beginnen, sich zu bewegen. Der Boden wird zu einem lebendigen aber damit auch unberechenbaren Ort, der das Versprechen nach Stabilität und Sicherheit nicht mehr einlöst.

ground
Videoinstallation für das Barockschlössl Mistelbach, 2014

I am stable, thank you !
Diese Installation ist auf zwei Räume aufgeteilt. Im ersten Raum befindet sich eine Wasserwaage, die, gestützt durch zwei zwischen den Wänden verkeilten Holzleisten, in Position gehalten wird. Im zweiten Raum hängt ein gerahmtes Foto dieser Wasserwaage an der Wand, deren waagrechte Position nur stimmig ist, wenn das Bild schief hängt.

quer-furweb
Installation, Holz, Wasserwaage, Fotografie,
Mistelbach, Barockschlössl 2014