Monatliches Archiv für Juli, 2025

TERRITORIES

Wenn wir von Territorien sprechen, denken viele zuerst an Staaten, Länder oder Städte. Doch künstlerisch betrachtet sind es vor allem die mentalen Räume, die inneren Grenzziehungen, die die menschliche Gemeinschaft zusammenhalten oder spalten. Die Gedanken sind hier wie geheime Karten: Sie markieren autonomes Gelände, das geschützt, verteidigt oder auch expandiert werden will. Jede Meinung hat einen Rand, jede Überzeugung einen Kompass, der die Orientierung der Gruppe bestimmt. So entstehen unsichtbare Grenzen, die oft stärker wirken als sichtbare Zäune.

Meine künstlerischen Arbeiten fragen nicht nach der absoluten Wahrheit, sondern interessieren sich für die Dynamik von Territorialität: Wer beansprucht welches Gebiet? Welche Narrative sichern Macht? Welche Welten gelten als legitim, welche als fremd?
Sprache bildet dabei ein wesentliches künstlerisches Werkzeug um dieses Feld zu beackern. Territorien sichern Zugehörigkeit und Schutz, aber im gleichen Moment schließen sie andere aus, schaffen Feindbilder und erzeugen Angst vor dem Verlust von Status oder Einfluss. Meine Arbeiten spüren diese Spannung auf und laden ein, dort zu verweilen, wo Angst, Verdrängung oder Machtambitionen sichtbar werden. Sie erinnern daran, dass Macht oft aus dem Potenzial entsteht, Welten zu ordnen, zu sortieren, zu kontrollieren – und dass genau dort eine verantwortungsvolle Kunst ansetzen muss: nicht um Gehorsam zu erzeugen, sondern um Denkräume zu eröffnen.

Erkennen wir die alten Muster im neuen Design?
Digitaldruck auf Baumwolle, 2023

Erkennen wir die alten Muster im neuen Design?
Installation im Rahmen der Ausstellung EMOTIONAL LANDS, philomena+, Wien, 2024

Performative Fotoarbeit und Textarbeit
Digitaldruck auf Samt (ca. 120 x 110
cm)




WAS IST AUS DIR GEWORDEN?

Textarbeit, 2025
gezeigt in der Kunst-Zelle (DEMOKRATIE:ZELLE) im Rahmen von Independent Space Festival 2025
(Foto: Pablo Chiereghin)