Archiv für die 'Mehr ist eigentlich nicht zu sagen' Kategorie

MEHR IST EIGENTLICH NICHT ZU SAGEN

Text-Shirts, Digitalprint auf Biobaumwolle in den Größen XS – XL, 2024
auspodest, Gruppenausstellung Oberösterreichischer Kunstverein, 2024

Wenn die Sprache nicht stimmt, so ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist. So wie eine Schale als rund und nicht als eckig bezeichnet wird. So wie das Gefängnis, Gefängnis und nicht Schutzhaft genannt wird. So wie Mord Mord und nicht Spezialoperation genannt wird. So wie Solidarität als Eintreten füreinander und nicht als Verordnung von oben bezeichnet wird. So wie Freiheit Freiheit und nicht Willkür genannt wird. So wie Waffen als Tötungsmaschinen und nicht als Friedensbringer bezeichnet werden…

Dieser Text bezieht sich auf das Gedicht „Ich will dich“ der Lyrikerin Hilde Domin. (Hilde Domin: «Ich will dich»  Fassung von 1995) In der letzten Passage dieses Gedichts bezieht sie sich auf Konfuzius. Sie sagte in einem Interview: „Jede kleinste Verschiebung zwischen dem Wort und der mit dem Wort gemeinten Wirklichkeit zerstört Orientierung und macht Wahrhaftigkeit von vornherein unmöglich.“ Mehr ist eigentlich nicht zu sagen.

FRIEDENSTAUBEN?

Friedenstaube 2022, performatives Fotografie, Objekt (Cyanotypie auf Peace-Silk), 2022


Liebende – Installation mit zwei Büchern, 2022

Das Buch Helden – Eine Kulturgeschichte der Erziehung zum Krieg von Christoph J. Eppler hat 928 beschriebene Seiten. Das künstlerische Buch Liebende – Eine Kulturgeschichte der Erziehung zum Frieden besteht aus unbeschriebenen Blättern. nur auf der letzten Seite gibt es einen kleinen Verweis „dieses Buch könnte geschrieben werden“


was brauchst du?*
(* erster Satz eines Gedichts von Friederike Mayröcker)

nothing remains
Cyanotypie auf Peace-silk / Objekt, Fotografie und Video
FLUC, Wien, Juni 2021 / Oktober 2021

Diese Arbeit entstand zwischen Frühling und Herbst 2021. Eine vielleicht romantische Geste, die die Symbolik der Tauben aufgreift:

Die Taubensymbolik war schon im Altertum bekannt. In unterschiedlichen Kulturen wurden ihr verschiedene Bedeutungen zugesprochen: Herrin über Leben und Tod oder Symbol des Eros und der Liebe. Im alten Indien und bei einigen germanischen Stämmen galt die Taube als „Seelenvogel“. Als religiöses Symbol steht sie in der katholischen Kirche für den Heiligen Geist, im Islam gilt sie als heilig, weil Tauben den Propheten Mohammed auf der Flucht von Mekka nach Medina beschützt haben sollen. Seit Ende der Vierziger Jahre kennen wir die Taube als Symbol des Friedens.

Die Taubenfamilie ist groß. Es gibt über achthundert Arten. Sie leben in Freiheit oder in Züchterhand. Im Wind des Frühsommers 2021 flatterten ihre Shilouetten im Blau des Himmels. Im Herbst hingen…

Was brauchst du?
künstlerische Plakatarbeit mit einem Gedicht von Friederike Mayröcker,
öffentlicher Raum, Praterstern, Fluc Wien, 2021