DIE EREIGNISSE ZWISCHEN DEN DINGEN

Ausstellungsansicht, Galerie Marenzi, Leibnitz, 2021



performative drawings, Fotografie auf Papier, 2020



Die Ereignisse zwischen den Dingen
Ausstellungsansichten, Leibnitz 2021





Maria Hanl: Die Ereignisse zwischen den Dingen
Künstlerinnenbuch, 52 Seiten, farbig, Mai 2021





Die Ereignisse zwischen den Dingen
Installation, ArtistStatement, Parallel2021


performative drawings, Fotografie auf Papier, 2021






SUBJECTS AND OBJECTS ARE STRUCTURING SPACE AND TIME

dialogs

dialogs, Installation, Künstlerhaus Wien, 2021


dialogs, Installation, und performative Improvisation mit der Flötistin Angelina Ertel, Künstlerhaus 2021








nothing remains

nothing remains
Cyanotypie auf Peace-silk / Objekt, Fotografie und Video
FLUC, Wien, Juni 2021 / Oktober 2021

Diese Arbeit entstand zwischen Frühling und Herbst 2021. Eine vielleicht romantische Geste, die die Symbolik der Tauben aufgreift:

Die Taubensymbolik war schon im Altertum bekannt. In unterschiedlichen Kulturen wurden ihr verschiedene Bedeutungen zugesprochen: Herrin über Leben und Tod oder Symbol des Eros und der Liebe. Im alten Indien und bei einigen germanischen Stämmen galt die Taube als „Seelenvogel“. Als religiöses Symbol steht sie in der katholischen Kirche für den Heiligen Geist, im Islam gilt sie als heilig, weil Tauben den Propheten Mohammed auf der Flucht von Mekka nach Medina beschützt haben sollen. Seit Ende der Vierziger Jahre kennen wir die Taube als Symbol des Friedens.

Die Taubenfamilie ist groß. Es gibt über achthundert Arten. Sie leben in Freiheit oder in Züchterhand. Im Wind des Frühsommers 2021 flatterten ihre Shilouetten im Blau des Himmels. Es dauerte jedoch nicht lange und sie waren verschwunden…weggeflogen.

lieben wir einander * haben wir Mut * hüten wir jedes Geschöpf

Drei neue Bronzeglocken für die Gemeinde Aschach an der Donau.
Glockenguss: Grassmayr Innsbruck, 2021

Überlegungen zu den einzelnen Glocken:

hüten wir jedes Geschöpf
Zeichnungen von Kindern der Volksschule Aschach und der Satz HÜTEN WIR JEDES GESCHÖPF sind die Gestaltungselemente der Glocke, die dem Heiligen Josef geweiht ist. Rund um die Glocke finden sich einzigartige Kreaturen: Käfer, Pferde, Löwen, Gräser und so weiter. Sie erinnern uns daran, die Schöpfung zu hüten und auch die erfrischende Kreativität und den Geist der Kinder zu achten und zu fördern.
Der Hl. Josef nahm selbst ein Kind – Jesus – das nicht seines war, wie sein eigenes an und zog es mit der Hl. Maria groß. Er war Ziehvater von Jesus und die Hl. Familie kann man durchaus als eine Art Patchwork-Familie sehen.
In dieser Rolle als Erzieher kann Josef ein Vorbild für alle Erzieher und Erzieherinnen sein, für Pädagogen und Pädagoginnen, aber auch für alle Mütter und Väter, oder Menschen, die heranwachsende Menschen in ihrem körperlichen und geistigen Wachstum begleiten.

In der Rolle als Hüter der Schöpfung erinnert uns der Hl. Josef an die Wichtigkeit desSchutzes dieser Welt und damit eingeschlossen des Schutzes von uns selber und zukünftiger Generationen. Das gegenseitige Achten und Beachten, Sich-Unterstützen und die Einsicht, dass es auf dieser Welt um das Miteinander geht und nicht um das Gegeneinander, ist ein zentraler Gedanke dieser Glockengestaltung. Josef hat hier die Bedeutung eines Initiators der menschlichen Solidarität!

lieben wir einander
Der Satz LIEBEN WIR EINANDERübersetzt in jene Sprachen, die2020/21 im Kindergarten und in der Volksschule Aschach gesprochen wurden – ist das Gestaltungselement der Glocke, die dem Hl. Johannes und dem Hl. Nikolaus geweiht ist.
Diese Sätze symbolisieren den kulturellen und sprachlichen Reichtum des Ortes und sind rund um die Glocke angebracht. Sie sind sowohlinhaltlich als auch durch ihre Anordnung miteinander verbunden und lassen symbolisch noch Raum für weitere Sprachen.
Nächstenliebe und ein Bekenntnis im Sinne des Hl. Nikolaus sind die zentralen Botschaften dieser Glocke und ihres Geläuts.

Johannes der Täufer gilt als Mahner zur Umkehr und zur Erneuerung. Von den Leuten wurde er gefragt: „Was sollen wir tun?“ Johannes antwortete ihnen, dass sie helfen sollen, wo es nötig ist, und forderte sie zu tätiger Nächstenliebe auf (Lk 3,7-17 bes. V. 8-14).

Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben (Joh 13,34 und 15,12). Diese Aufforderung aus dem Johannesevangelium wurde für die Glockengestaltung in den intrinsischen Satz „lieben wir einander“ umformuliert. Intrinsisch heißt, im Gegensatz zu einem Aufforderungssatz, dass man sich den Satz zu eigen gemacht hat, dass die Motivation aus einem selbst kommt.

haben wir Mut
Das christliche Symbol des Kreuzes und der Satz HABEN WIR MUT sind die Gestaltungselemente der Glocke, die der Hl. Maria Magdalena geweiht ist. Der gewählte Text ist inspiriert von einer apokryphen Schrift, dem Evangelium der Maria, das Maria Magdalena zugeschrieben wird. Der Text betont den Mut dieser Apostelin, die Jesus bei seinem Kreuzestod nicht verließ und die Botschaft der Auferstehung verkündete. Von ihr ging jene Verkündigung aus, durch die letztlich das Christentum entstand. Diese Glocke bekräftigt aber auch unseren eigenen Mut.
Über viele Jahrhunderte wurde Maria Magdalena primär als ehemalige Prostituierte und reuige Sünderin wahrgenommen. Das Zweite Vatikanische Konzil setzte in seiner Liturgiereform dieser Identifikation Maria Magdalenas offiziell ein Ende.

Das gestaltete Kreuz beinhaltet einen Knoten als Symbol der Verbindung. und es hat eine nach unten offene Form. Gedanklich geht es dadurch über den Glockenrand weiter. Dieses Kreuz grenzt nicht aus, sondern verbindet und schließt ein. In den sich kreuzenden Linien kann eine Begegnung gesehen werden, ein Dialog. Neben den „Hauptlinien“ der Kreuzform gibt es sogenannte Schattenlinien, die durch eine Lichtquelle entstanden sind. Durch diese Schatten wird das Licht sichtbar. Ohne Licht gäbe es kein Leben. Jesus gilt als das Licht der Welt und das Licht ist schließlich das wichtigste Symbol der Osternacht. So schließt sich wieder der Kreis zu Maria Magdalena.

(Maria Hanl, Künstlerin)



EXCHANGING LINES – Maria Hanl I Cecilia Hultman

durch das Buch blättern

Cecilia Hultman
Maria Hanl


Aus einer abgesagten Ausstellung aufgrund des lockdowns im Frühling 2020 im basement, Wien ist dieses Buch entstanden. Eine Ausstellung zum Mitnehmen. Mit einem Text von Petra Noll-Hammerstiel (Englisch/Deutsch

„KünstlerInnendialoge leben vom physisch-dynamischen Kontakt, sei es im Gespräch oder beim Arbeiten an einem gemeinsamen Werk. Maria Hanl aus Österreich und Cecilia Hultman aus Schweden beschritten, krisenbedingt, einen anderen Weg. Anstelle einer geplanten, gemeinsam erarbeiteten Ausstellung führten sie einen virtuellen, postalischen und telefonischen Dialog, der in einem analogen Buch mündete. (Petra Noll-Hammerstiel)“





spatial practice

spatial practice
Installation (Video / Zeichnung / Objekte) PROGR – Zentrum für Kulturproduktion, Bern (CH), 2020






lines


desire paths
performatives Video, 4:15 min, März, 2020