schizophrenia
wallinstallation (drawings), textile, objects, video

Den unter diesem Titel versammelten Arbeiten wohnt eine Spaltung inne. Was zunächst als zarter Stern erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung der Wandinstallation schizophrenia als Anordnung von gemalten Bomben bzw. schwerem Kriegsgeschütz. Die zarte Erscheinung und die inhaltliche Aufladung gehen hier diametral auseinander. Die äußere Erscheinung vollführt mit ihrer offensichtlichen Ästhetik ein Täuschungsmanöver und macht dem Betrachter, der Betrachterin etwas vor.
„Hanls Arbeit verunsichert. Unserer Wahrnehmung, unserer Sicht auf die Welt ist nicht zu trauen. Vieles ist oft nicht so, wie es scheint, und ein zarter Stern kann sich als grausames Mordinstrument erweisen“ (Günther Oberhollenzer, in: Andere Geschichten, Hg. Künstlerhaus, Wien 2017). Ein weiterer Aspekt, der in dieser Arbeit steckt, ist die Fassade, die schöne Form. Ein Versuch, Tatsachen zu verdrängen, um mit der Komplexität und den Widersprüchen in der heutigen Gesellschaft zurechtzukommen. Die Fülle an Informationen, die den modernen Menschen überflutet, führt nicht zwingend zu mehr Wissen und Aufklärung, sondern oft im Gegenteil zu mehr Desinformation, Unsicherheit und Ängsten. Die Videoarbeiten, Installationen und Objekte sind Inszenierungen apokalyptischer Vorstellungen verbunden mit diffusen Ängsten und Mechanismen ihrer Verdrängung.
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Ausstellungsansicht: Andere Geschichten, k-haus 2017
Wandinstallation, 360 x 500 cm, Aquarell auf Papier, Metall (Fertigstellung im Rahmen der AIR des Landes OÖ in Cesky Krumlov, CZ, 2016)
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fleurs du mal, Installation: Fotografie, Metall, Magnet, Vase, Digitaldruck auf Textil, 2016

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Rauminstallation: Textile Objekte, Holzstab, bemalt, Kunstledertasche
Flieger, Wuk, 2016

für die Produktion muster von goldfussunlimited
Performance mit Angela Besunk, Jiarong Liao, Ilse Reiser, Veronika Siemer,
Franz Sramek, Steffi Wimmer
Livemusik: Martin Kratochwil
Künstlerische Leitung: Johanna Tatzgern

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anders wie (part eins)
Rauminstallation für goldfußunlimited
Kunsttankstelle Ottakring, 2017

Performance anders wie / part1
mit Angela Besunk, Ilse Reiser, Martin Tomann, Steffi Wimmer
Livemusik: Martin Kratochwil
Künstlerische Leitung: Johanna Tatzgern

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monstera deliciosa
installation

Als Material für diese Wandinstallation mit ausgeschnittenen Blattformen der Pflanze “Monstera deliciosa” wurden bereits verwendeten Werbeplakate unterschiedlicher Konzerne bearbeitet. Die Blätter wurden aus den Plakaten geschnitten und auf Papier kaschiert. Mit biegsamen Holzstäben sind sie einzeln mit unterschiedlichen Abständen von der Wand fixiert.
Der Name “monstera deliciosa” stammt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt: köstliche Missgestalt. Die Pflanze gilt als schnellwachsend und überaus weit verbreitet. monsterer-ak-3-heller-warm-fur-web
monstera deliciosa-1, Wandinstallation 2015 – 2016, Ausstellungsansicht: AK OÖ, 2016
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monstera deliciosa-2, Wandinstallation 2016, Loft8, Wien
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monstera deliciosa-2, Detail, 2016

states of exhaustion
objects, Video

Holzstühle, die – wie verwundete Tiere – gleichsam „alle Viere in die Luft strecken“: Auf dem Kopf stehend, seitlich hingesunken zeigen sie verletzte Beine, geknickt, ungesund abgespreizt, in schlauchförmigen Bandagen / Verbänden steckend.

Es ist ein klares Pathos-Bild aus dem Tierreich der Gegenstände; ein Tableau gebrochener, beschädigter Kreatürlichkeit, eine dingliche Metapher für die funktionelle Uselessness prekär gewordener Existenzen.

Die große affektive, emotionale Wirkung dieser Installation gewährt allerdings auch die Möglichkeit, einige der Motive weiterzudenken: Bezeichnender Weise handelt es sich hier um Sitzmöbel, also um Möbel, die gemeinhin als Objekte angesehen werden, die dem Menschen das Aus-Ruhen ermöglichen.

Wurden sie, erhebt sích die Frage, schlecht behandelt? Wurden sie als Gebrauchs-Objekte und als praktische Alltagsbegleiter überbeansprucht, als Hilfsmittel überstrapaziert? Wurden sie achtlos weggeworfen? Haben sie AUSGEDIENT? – Wie verfahren wir mit ausgedienten …. Dingen, Menschen, Tieren: Pflegen wir sie, reparieren wir sie oder werfen wir sie auf den Müll, schieben sie ab in uneinnehmbare Räume: in den Keller, ins Altenheim, in die Klinik?

Fragen, die auf den klinischen Komplex hinweisen, auf die medizinische Reparatur-Industrie in grossem Stil, auf die REHA-Fabriken, in welchen massenweise und wie am Fliessband funktionstüchtige Menschen wieder-hergestellt werden (sollen). (Chris Zintzen, 2017, aus dem Text zur Ausstellung Pauselink zum vollständigen Text

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states of exhaustion
Ausstellungsansichten: Installation, Basement, Wien 2014
Fotoobjekte in Holzbox, ca 30 x 25 x 25 cm, masc foundation, Wien 2016

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exhausted, Video, 20 sec., 2015

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Die Videoinstallation ground wurde für das Barockschlössl in Mistelbach konzipiert.
Es greift die gediegene Ordnung des alten Intarsienbodens in einem barocken Raum auf, der sich durch eingelegte Scheiben aus Metall auszeichnet. Diese Scheiben scheinen sich in diesem Animationsvideo plötzlich zu vermehren und beginnen, sich zu bewegen. Der Boden wird zu einem lebendigen aber damit auch unberechenbaren Ort, der das Versprechen nach Stabilität und Sicherheit nicht mehr einlöst.

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Videoinstallation für das Barockschlössl Mistelbach, 2014

I am stable, thank you !
Diese Installation ist auf zwei Räume aufgeteilt. Im ersten Raum befindet sich eine Wasserwaage, die, gestützt durch zwei zwischen den Wänden verkeilten Holzleisten, in Position gehalten wird. Im zweiten Raum hängt ein gerahmtes Foto dieser Wasserwaage an der Wand, deren waagrechte Position nur stimmig ist, wenn das Bild schief hängt.

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Installation, Holz, Wasserwaage, Fotografie,
Mistelbach, Barockschlössl 2014